Endlich geht es weiter. Heute aber nicht mit einem Film, sondern mit einer Serie, die bei dem einen oder anderen Kindheitserinnerungen wecken könnte.
Wie in der Überschrift schon zu lesen, handelt es sich um die Trickserie/Anime "D’Artagnan und die 3 MuskeTiere" von 1981.
Eigentlich wollte ich etwas zu den beiden Filmen "Die drei Musketiere" (The Three Musketeers) von 1973 sowie dem Nachfolger "Die vier Musketiere – Die Rache der Mylady" von 1974 machen.
Zum einen sind diese mir aber doch zu bekannt. Wahrscheinlich sind es heute die bekanntesten Verfilmungen des Stoffes. Schwerwiegender war hingegen, dass ich mit dem Humor der Filme so gar nicht mehr zurechtgekommen bin.
Aber bei der Suche nach älteren Verfilmungen bin ich dann auf die Trickserie/Anime gestoßen.
Worum geht es in der Serie?
Die ersten 13 Folgen der 26‑teilige Serie orientieren sich grob an der ersten Hälfte von Alexandre Dumas’ Roman "Die drei Musketiere". Bis ca. zum Ende der Diamantenspantenaffäre. Natürlich mit einigen Freiheiten und Ergänzungen. Die restlichen Folgen hingegen sind dann meist kurze Abenteuer, die keine Vorlage haben.
Die Serie ist auch eindeutig für Kinder gemacht. Alle Charaktere werden durch Tiere, meist Hunde, ersetzt. Mylady hingegen durch eine Katze und Richelieu durch einen Fuchs.
Es wird auch niemand getötet. Außer in Folge 3, wo ein Doppelgänger von Portos erschossen wird. Ebenso werden alle negativen Eigenschaften der Musketiere entfernt. So ist D’Artagnans Angebetene hier Juliet eben nicht verheiratet, sondern eine unverheiratete Nichte.
Was schön ist, dass dies die einzige Umsetzung des Stoffes ist, in der Rochefort durchaus als Ehrenmann dargestellt wird und sogar die Freundschaft aus dem Buch, die ihn später mit D’Artagnan verbindet, zumindest angedeutet wird.
Auch wird die Figur der Juliet eingeführt, welche Constanze ersetzt und anders als in den Filmen von 1973/74 bei weitem nicht so dumm dargestellt wird.
Interessant fand ich die Darstellung von Athos und Porthos. Gefühlt hat man die Charaktere getauscht, sowohl was das "Aussehen" als auch den Charakter betrifft. Dies ist wohl aber auf einen Fehler der englischen Synchro zurückzuführen, an welcher sich wiederum die deutsche orientiert.
Ich mag auch Richelieu in der Serie. Widimer, der Chef von Richelieus Leibwache, hingegen ist durch seine Dummheit, Trotteligkeit und Unvermögen ein Charakter, der als reiner Witz funktioniert. Interessanterweise am Ende sein Leben aber ändert.
Produziert wurde die Serie vom spanischen Studio BRB und vom japanischen Studio Nippon Animation animiert.
Einige Jahre später wurde die Serie fortgesetzt, kam aber nicht mehr an den Erfolg der ersten Teile ran.
Sie ist auch komplett auf youtube zu sehen.
Was bleibt abschließend zu sagen?
Es war eine interessante Erfahrung, in Kindheitserinnerungen zu schwelgen und die Serie noch einmal zu sehen.
Die Animationen sind etwas gewöhnungsbedürftig und über einige der Logiklücken muss man hinwegsehen.
Auch die 2. Hälfte ist eigentlich unnötig und zieht sich teilweise extrem. Zumal dort ein weiterer (extrem nerviger) Charakter eingebaut wird. Nach der Auflösung der Diamantenspangenstory am besten zur letzten Folge springen, reicht vollkommen.